Was gesagt werden muß...

Thema heute:
Fairness im Schach
(von Andreas Walkenhorst)
Viele Nicht-Schachspieler aber auch Hobbyspieler sehen in Schach u.a. so etwas wie die letzte Bastion der Fairness (der eine oder andere von Ihnen – soweit er Turnierschach spielt - wird über diese „Naivität“ sicher schmunzeln).
„Was kann der Gegner denn Unfaires während einer Partie anstellen?“ fragte mich einer dieser Unwissenden vor einiger Zeit. Ich habe Ihm dann erzählt, was Schachspieler so alles anstellen, um den Gegner abzulenken. Da war jener Schachfreund, der in der Zeit als Rauchen am Schachbrett noch erlaubt war, am liebsten dicken Zigarrenqualm über das Schachbrett ins Gesicht seines Gegners blies, was besonders Nichtraucher extrem erquickte. Ein anderer aß am Abend vor einer wichtigen Partie am liebsten möglichst große Mengen Knoblauch. Der ehemalige Weltmeister Kasparov schneidet Grimassen während seiner Partie, um den Gegner aus dem Konzept zu bringen, oder wirft beim Verlassen des Turniersaales während eines WM-Kampfes schon einmal krachend die Tür zu.
Nun glauben viele der geneigten Leser vielleicht, dies sei den – sowieso meist etwas exzentrischen – Großmeistern vorbehalten (Da grinsen ja schon wieder einige am Bildschirm).
Doch selbst in unserem kleinen Bezirk darf man da andere Erfahrungen machen.
Ein Verein zum Beispiel macht sich seit einiger Zeit ein Hobby daraus, die „Chancengleichheit“ in der – beiläufig gesagt sehr niedrigen – Liga, in der wir ja nun alle „herumkrebsen“, ad absurdum zu führen. Vor zwei Jahren boten Vertreter dieses Vereins in einem über den Aufstieg entscheidenen Kampf dem Gastgeber an, diesen zu verlieren, um somit die Aufstiegschancen eines anderen Vereins zu vereiteln. Der Gegner lehnte übrigens dankend ab und sicherte sich den Aufstieg durch ein "erkämpftes" Mannschaftsremis nach gut einer Stunde. Immer schön fair bleiben!
Dieses Jahr nun tut sich dieser Verein damit hervor, das er zum Beispiel mit nur 6 Spielern zu einem Aufstiegsaspiranten fährt. Ein Schelm, welcher da vermutet, daß vielleicht ein anderer Aufstiegsaspirant geschädigt werden soll... (In diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, daß die Brettpunkte als nächstes Kriterium direkt nach den Mannschaftspunkten zählen).
Nicht das dieser Verein nur wenige Spieler hätte, ganz im Gegenteil: weit mehr als 40 aktive Spieler sind gemeldet, man ist in 3 Klassen vertreten und hat 5 Mannschaften gemeldet. Vertreter dieses Vereins glauben wohl, daß sie auf diese Art und Weise Einfluß auf den Aufstieg nehmen können (womit sie leider nicht ganz Unrecht haben). Wer sportlich nicht in der Lage ist, Erfolge zu erzielen, muß wohl neue Wege gehen - leider auch im Schach und leider auch in unserem Bezirk!
Nun würden einige von Ihnen sicher gerne wissen, wie dieser Verein heißt...
Hierüber decke ich jedoch den Mantel des
Schweigens - Der Fairness halber.